Salem das schöne Dorf

von

Martin Fischer - Hübner

Zur großen Chronik

Salem ist durch die Stadt in Israel bekannt, die später Jerusalem hieß, und heißt Friede. Aber unser Salem ist in einer Erinnerung an die Slawen, die hier im frühen Mittelalter eingedrungen sind, und heißt schmerzensreich; denn die öde, sandige Heide war ertraglos. Noch die 9. Jäger der Garnisonstadt Ratzeburg haben bei dem Felddienst auf der Salemer Heide den Sonnenbrand schmerzensreich erduldet. Aber nun ist aus der Oede fruchtbarer Acker dank des Fleißes der Bauern geworden, und der Heiderest an den Hängen zum See hinab bezaubert namentlich im Spätsommer die zahlreichen Kurgäste; mit ihrem rotvioletten Schein. Aus dem schmerzensreichen ist ein Friedenssalem geworden, wo der nervöse Großstadtmensch Ruhe findet.

Vorgeschichte

Uralt ist das Schaalseegebiet, das in Salem beginnt. Als nach der Eiszeit das Eis geschmolzen war, blieb eine Hohlform, ein sogenanntes Tunneltal, übrig, und der Salemer, Piper-,Pfuhl- und Schaalsee waren das Ergebnis. Hier jagten die Renntierjäger, die Urbevölkerung der Gegend, mit Pfeilspitzen am langen Schaft im Urwalde.

Steinbeile und Steindolche verraten, daß hier in der Steinzeit die Nachkommen der Renntierjäger gewohnt haben. In die Bronzezeit versetzten große, hohe Grabhügel, die man im Walde bei Krögersmoor unweit der Seedorfer Chausseebrücke bewundert.

In der Eisenzeit weisen Topf- und Spinnwirtelfunde am Salemer See, und in die Slawenzeit Scherben nicht weit davon ebendort.

Somit hat die Spatenforschung nachgewiesen, daß seit der Urzeit die Gegend von Salem bis zum Schaalsee besiedelt gewesen ist. Jäger, Fischer und Bauern waren die Bewohner.

Gutsherren und Bauern

Was für Schleswig-Holstein die Schlacht bei Bornhöved 1226 bedeutet, nämlich die endgültige Zurückweisung der dänischen Invasion an der Nordfront, das ist für Lauenburg die Schlacht bei Schmilau 1093, nämlich die dauernde Hemmung der slawischen Invasion an der Ostfront von Nordelbien. Ein Halbjahrhundert danach haben der erste Graf von Ratzeburg, Heinrich von Bodewide und Herzog Heinrich der Löwe die Eindeutschung und Verchristlichung Nordlauenburgs, vornehmlich vom Schloß und Dom zu Ratzeburg aus vollendet. Auf der Müggenburg an der Grenze der Ratzeburger Feldmark gebot der Ritter Nicolaus von Salem über Klein-Salem , wohin die Slawen sich zurückgezogen hatten, und über Groß-Salem am Salemer See, über Schwarzehöfen an der Schwarzen Kuhle und über das Dorf Garrensee. Nach den Rittern von Salem waren die von Hasenkop und 1367 Sivert von Plön die Besitzer beider Dörfer, bis sie an den Herzog von Lauenburg fielen. Klein-Salem , ein deutsches Bauerndorf, gekrönt von der Bartholomäuskapelle auf dem Hügel mitten im Ort am See, 1838 von dem berühmten Baumeister Hansen in Kopenhagen neu erbaut als dreischiffige Kirche.

1230 hatte Salem 9 Hufenstellen. Einer der Bauern wurde 1375 vor Mölln am Weihnachtmarkttage von 24 Roggendorfer Bauern halbtot geschlagen. Wie jene war auch er bewaffnet, denn jeder Bauer war in der Zeit des Faustrechts Waffenträger. Vor 400 Jahren, als die Bauern Lutheraner wurden, waren es 10 Höfe. Auf einer Stelle ist heute dasselbe Blut erhalten, nämlich auf der Timkestelle, in die 1673 ein Horstmann einheiratete und 1903 der Bauer Haack.

Im 30 jährigen Kriege war die Dorfschaft so verarmt, daß von 10 Stellenbesitzern nur 5 übrig geblieben waren die die Landessteuer zahlen konnten.

Aber Herzog Augustus baute nach Friedensschluß kräftig auf. Und so errichtete er aus den sogenannten "wüsten" Höfen ein herzogliches Vorwerk, eine Domäne mit 563 Morgen Ländereien, die zu 5 Hufen gehört hatten. Das war die Hälfte des Bauernlandes, deren Besitzer im Kriege verstorben oder verarmt waren. Der Herzog belohnte seinen Hoftrompeter Nicolaus Weißkopf mit dem Gut und vereidigte ihn als Zöllner, nachdem dieser der stete Begleiter des friedliebenden, neutralen Fürsten gewesen war. Das inzwischen Revierförsterei gewordene Gehöft liegt mitten im Dorf an der Ecke nach dem Wege zur Kogeler Mühle und macht einen gutsherrlichen Eindruck, eine Zierde des schönen Dorfes. Wegen der nahen Landesgrenze war das Gutshaus auch Zollstelle.

Indessen nur rund hundert Jahre haben hier die Domänenpächter und Zöllner gewirtschaftet. Denn die hannoversche Regierung hielt das Gut für unrentabel und machte daraus vor 200 Jahren eine Revierförsterei, woraus leitende Oberförster des Herzogtums hervorgegangen sind. Wenn die 9. Jäger hier vorbeimarschierten, sangen sie: " O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter."

Bei der Umwandlung wurde der größte Teil des einstigen Bauernlandes für Neubauer frei und durch die Verkoppelung das alte Bauerndorf mit seinen 9 Stellen wiederhergestellt ( 1799 ). Von den Bauernnamen waren nur zwei geblieben: Horstmann und Anckerholdt ( seit 1717 ), die bis heute blühen, Horstmann in Frau Haack, geborene Horstmann. In der Zeit von 1800 bis 1929 waren aus 9 Bauernhöfen 12 geworden und seit 1850 37 kleine Gehöfte und Anbauerstellen hinzugekommen. So hatte sich die Dorfschaft entwickelt.

Aber in den letzten 25 Jahren erhielt das stille Salem ein neues Antlitz. Durch den Schaalseekanal, der den Salemer See mit dem Ratzeburger Küchensee verbindet, eingeweiht 1925, so daß das Schaalseekraftwerk dort, von dem 30 m hoch herabstürzenden Wasser gespeist, den Kreis mit Licht und Kraft versorgt, ist die breite, gepflegte Südstraße nach Kogel und Sterley ausgebaut worden, und eine Anzahl villenartiger Häuser in großen Gärten verleihen den Wohnungen am Kogeler Walde und Salemer See Schönheit und Lieblichkeit, besonders die Gartenhäuser der Hamburger, die hier ihre Sonntage geruhsam verleben. Zugleich mit dem Kanal wurde der Lindenhof als Ausgangspunkt der Schaalseeschiffahrt eröffnet.

Ferner dehnte sich nach dem letzten Kriege die Oststraße nach Dargow aus, indem die Jugendherberge und ein Landhaus für Erholungsgäste den Lindenhof und den Dorfkrug um zwei Gaststätten und Fremdenpensionen vermehrten. Der Fremdenverkehr ist dank des Zustroms der Jugend in der Herberge und des Bedürfnisses der Großstädter nach Ruhe in einem schönen Kurort mit Wald und See beträchtlich gestiegen.

Schließlich ist auch die Nordstraße
nach Kittlitz um mehrere Häuser vermehrt worden, zuletzt noch um ein Bauernhaus.


Kriegsleiden

Salem das Friedensland, ist indessen vom Kriege nicht verschont worden. Im Krieg gegen die Raubritter haben Lübeck und Hamburg auch die Müggenburg um 1350 dem Erdboden gleichgemacht, wo die Ritter von Salem gehaust hatten. Im 30 jährigen Kriege hat trotz der Neutralität des Herzogs gerade Salem schwer gelitten, so daß nur die Hälfte der Gehöfte in den Frieden hinübergerettet werden konnte.

Zur Zeit des 2. Raubkrieges des Franzosenkönigs Ludwigs XIV. hatte Salem dänische Einquartierung, als Dänemark mit Preußen verbündet war. Nach der Schlacht bei Fehrbellin 1675 nahm der König von Dänemark im jetzigen Forsthaus Quartier, zog mit seinem Heer nach Gadebusch, wo er mit dem großen Kurfürsten zusammentraf und entriß den Schweden Wismar. Salem war Zollstätte auf der Straße Mölln-Gadebusch-Wismar.

Unter den Franzosenkaiser Napoleon mußte Lauenburg, das damals zu Hannover gehörte, den 10 jährigen Krieg durchleiden ( 1803 - 13 ). Noch erzählt man von 4 Preußen, deren Skelette 1908 beim Hausbau auf dem Seekamp am Sterleyer Kirchwege ausgegraben und in der Nähe beigesetzt wurden.

Im Jahre 1813 schien nach der Katastrophe der französischen Armee im Eise Rußlands und im brennenden Moskau der Frühling der Freiheit infolge Rückzugs der französischen Besatzung aus Lauenburg zu beginnen. "Das Volk stand auf, der Sturm brach los." Unter dem Volkssturm marschierte auch Salems freiwillige Jugend. Die Salemer sahen, wie im März 1813 General Morand an der Spitze von 2500 Mann, stetig von den Kosaken umschwärmt, auf der Straße nach Mölln flüchtete. Die hannoversche Regierung kehrte nach Ratzeburg zurück. Aber die Stunde der Erhebung war nur eine Atempause. Schon nach zwei Monaten kamen die Franzosen wieder, und der berühmte General Davout nahm in Ratzeburg Quartier. Die Inselstadt mit den östlichen Dörfern, dem Schaalseegebiet, wird Kriegsschauplatz, immer wieder von Lützows wilder verwegener Jagd und den preußischen Fußtruppen von Osten her beunruhigt. Salem wird französischer Vorposten. Schanzen werden hier, 300 m vom Forstgehöft entfernt, am See und beim Wirtshaus Weißer Hirsch aufgeworfen. Hinter dem Forstgehöft am er See ist ein französisches Magazin auf der "Magazinkoppel". Davout wird der Eremit von Ratzeburg genannt, weil er sich fern vom Hauptkriegsschauplatz passiv verhält. Salem hatte starke Einquartierung von Douanen. Bei dem Bauer Grote wohnte mit Frau und Kind der Préposé. Unteroffiziere und Mannschaften waren auf alle Gehöfte verteilt.

Vor Salem lag das Niemandsland, so daß Seedorf und Zecher schwer zu leiden hatten. Das Geplänkel zwischen den Lützowern und den Douanen störte die Ruhe immer wieder. Im Oktober 1813 fanden zwei Gefechte statt. Am 7. Oktober lieferten die Lützower ein Nachtgefecht, wurden aber durch die mit Frankreich verbündeten Dänen mit großen Verlusten zurückgeworfen. Doch als am 18. Oktober die Völkerschlacht bei Leipzig tobte, war auch hier ein siegreicher Kampf im Kleinen. Es war beobachtet worden, daß die mit den Franzosen verbündeten Dänen alle Morgen einen Vorposten nach der Kogeler Mühle vorschoben, dort je einen Tag Wache zu halten. Dunkel und stürmisch war die Nacht, als die Verbündeten vom Schaalsee her den Buchenwald am Salemer See und Krögers Moor besetzten. Ein Rittmeister lag vor der Kogeler Mühle mit seinen Lützowern versteckt. Im grauenden Morgen ritt ein französischer General mit seinem Stabe und einer Abteilung reitender Jäger vom Weißen Hirsch zu der 2 km entfernten Mühle sorglos und ohne jegliche Ordnung. Plötzlich stürmte von der Seite Lützows wilde Jagd herbei. Jene wenden die Rosse zur Flucht. Da nehmen sie die übrigen preußischen Reiter in die Zange. Der General entkommt nach Ratzeburg . Zwei Adjutanten springen von den Rossen, stürzen sich, den Waldabhang herabeilend, in den See und schwimmen den Schanzen beim Forstgehöft entgegen. Der eine entkommt, aber der andere ertrinkt. Erst im Frühjahr 1814 wird die Leiche von Fischern entdeckt. 2 Offiziere werden verwundet, und ein Rittmeister wird mit 9 Mann gefangen genommen.

Die Schlappe Napoleons bei Leipzig hatte zur Folge, das Davout am 13. November abrückte. Die Militärbaracken brannten. Auch die Besatzung von Salem gab die Schanzen, das brennende Magazin und die Quartiere frei.

Trotz des zehnjährigen Krieges sind doch alle Bauernstellen heil davongekommen. Aber zwei Kriegsteilnehmer sind nicht zurückgekehrt, Heinrich Arft blieb in Rußland verschollen, und der Müller Kofahl, ebenfalls Soldat bei den Franzosen wurde nach 8 Jahren für tot erklärt. Aber Johann Joachim Anckerholdt und Johann Joachim Dopp, die von den Franzosen ausgehoben waren, kehrten wieder heim.

Von der Schwarzen Kuhle bis zum Garrensee

Wir wandern nach der Schwarze Kuhle, in das Naturschutzgebiet und lesen auf der Tafel: " schweige, höre, schaue". Drüben steigt der Wald an, schwarze Höfen genannt, früher war dabei die Wolfskuhle. Längst war der Gutshof verfallen. Nun hausten hier die Wölfe und fielen Menschen und Vieh an. Der Wald erstreckte sich bis in die Eichhorst bei Dargow und bis zum Schaalsee. Wir aber wandern, immer in der Forst, von der Schwarze Kuhle zum Plötschersee und von da zum Garrensee, in dem Tunneltal, das einst nach der Eiszeitschmelze übrig geblieben. Die Wölfe heulen nicht mehr. Dafür hat einst der Herzog gesorgt. Der Jägermeister und Stadtkommandant von Falkenberg in Ratzeburg jagte mit den Wildschützen 1666 einen alten Wolf und etliche junge Wölfe in diesem Walde. Dann ritten sie in die Eichhorst, um die wilden Tiere abzuschießen. Es war zur Erntezeit. 16 Jahre zuvor hatte der Herzog den Herrn von Lützow zu Seedorf mit seinem Vogt und seinen Bauern geladen "damit durch die Menge der Leute die Jagd desto besser möge von statten gehen". Es war mitten im Winter, am 11. Januar 1650.

Auf unserer Wanderung machen wir auf der Linstowbank am Plötschersee Rast. Der Regierungsrat von Linstow hatte sie aufstellen lassen, und sein Sohn mit den Ratzeburger Schülern machte gern den Marsch hierher. der Sage nach erscheint bisweilen, auf einer Seerose schwebend, ein Mädchen, aber auch ein Mönch im Chorrock, der dort ertrunken sein soll.

Immer noch im Walde wandernd, stehen wir plötzlich am Garrensee, wo Professor Reincke, der Pastorssohn von Ziethen, als Schüler eine sehr seltene Wasserpflanze entdeckte, das Brachsenkraut ( Isoctes lacustris ). Er war 10 Jahre alt und hatte nach dem Beispiele des Vaters ein Herbarium angelegt. Zur Zeit Heinrichs des Löwen war hier ein Dorf. Der Professor hat ein sagenhaftes Buch "Garrensee" über die grausame Zerstörung des Dorfes im 30 jährigen Kriege geschrieben, das jedoch längst im Mittelalter untergegangen war.

Wir erwandern das Naturschutzgebiet von Salem auf der alten Salem - Ratzeburger Landstraße durch den Hundebusch gelangt man rechts zum Salemer Moor. Es ist ein Hochmoor, das mit seinem Kiefern - Birkenbestand von den Baumlosen Mooren Schleswig-Holsteins abweicht. Lauenburg ist Brückenzone mit Landklima. Hier hat die Kiefer noch ein gesundes Aussehen. Rauschbeeren und Sumpfporstbüsche bilden das Unterholz. Der aus dem Osten stammende Porst erreicht hier seine nordwestliche Verbreitungszone. Porst mit seinem eigenartigen Geruch, von der Hausfrau in den Schrank getan, soll gegen Mottenfraß schützen. In Salem erzählt man vom Sonnentau und den Kranichen, die hier horsten.

Vom Salemer Moor wandern wir durch den Buchenwald zur "Schwarze Kuhle", schwarz wohl deshalb, weil der hohe, dunkle Wald sich in der Tiefe widerspiegelt, " ein schönes Beispiel eines verlandenden " mesotrophen" Sees". Er verlandet und bildet eine Uferzone von Verlandungsgewächsen. An der Waldseite das Schilfrohr ( Phragmites communis ), an der Südostseite im Wasser die Weiße und Gelbe Seerose ( Nymphea alba und Nuphar luteum ), auf dem Verlandungsrasen die seltensten Pflanzen wie die Blasenbinse ( Scheuchzera palustris ) und die Calla palustris - Leitpflanzen für den ganz seltenen " mesotrophen" See, der mittelstark die Pflanzen nährt gegenüber den üppig und spärlich nährenden Seen.

Vom Salemer See bis zum Schaalsee

Auch ein Tunneltal nach der Eisschmelze ! Der Salemer See unterscheidet sich von allen anderen, weil er sich wie ein Wurm von Norden nach Osten windet und in drei Teile zerfällt, da er teilweise mit Rethhalmen verlandet. Am Wochenende sehen wir die Hamburger, Mitglieder des dortigen Anglervereins, Ruhe und Erholung beim Angeln in ihren Kähnen finden. Bleßhühner enteilen dem Reth, wenn sie unsere Schritte hören. Die Taucher sind die Lieblinge der Kinderaugen. Rehe und Hasen stöbern wir auf der Waldseite auf. Einzig schmückt die rote Heide im August die nördliche Seite.

Der Durchstich zum Pipersee gewährt eine selten romantische Wanderung im Nadelholzwalde mit Lärchen und Silbertannen, wie man es nur hier erleben kann. Plötzlich breitet sich der Kreis des Pipersees vor uns aus, von Heide und Wald umkränzt. Hier im Kiebitzkrug rasteten einst Fahrer und Pferde auf der alten Landstraße von Zarrentin in Mecklenburg nach Ratzeburg und Lübeck. Der Pfuhlsee ist schon stark verlandet, von wo ein Durchstich rasch in den zackigen, vielklüftigen Schaalsee führt, der tiefer als die Ostsee ist und in der dunklen Tiefe die leckeren zarten Edelmaränen birgt, die nur in wenigen Seen vorkommen.

In Salem bewundern wir die hohen Bäume vor der Revierförsterei, auf der Straßenecke die Ulme, der selten gewordene Baum, in der Mitte des Vorplatzes ein Kastanienbaum, im Mai über und über mit weißen Kerzen blühend.

Im Hundebusch knallte es früher ohne Aufhören, nicht weil des Jägers Büchse schallte, sondern weil die 9. Jäger und nach ihnen die Reichswehr und die Soldaten des 2. Weltkrieges sich im Scharfschießen auf die Scheibe übten. Ein Denkmal der 9. Jäger erinnert daran.

Krögers Moor heißt das Gelände am Kanal am Kogeler Weg und den Kogeler Tannen. Auf dem Wiesen - und Waldgrundstück der mit dem Dorfkruge verbundenen Bauernstelle Böttcher ist noch die alte Moorflora erhalten: Kiefern und Birken, Porst, Wollgras, Rauschbeere, Glockenheide, ebenso am Kanal zwischen Salemer und Pipersee die gleichen Pflanzen.

Eine Sehenswürdigkeit ist die Schmetterlingssammlung am Kogeler Mühlenwege am Südpol des schönen Dorfes am Waldesrand in dem Haus: Deus protector meus ( Gott mein Beschützer ). Besonders die Jugend in der Jugendherberge begeistert sich an der buntfarbigen "Schmetterlingssammlung", wie ein Mädel sagt. Eine Lehrerin fand das l nigrum, das hauchzarte, schwarze l auf den seidenweißen Oberflügeln, eine Rarität, ein Glanzstück von s. wenn dann noch die Amerikaner, die großen, kraftfarbenen, schillernden Segler der Lüfte aus der sonnigen Heimat jenseits des Ozeans aufleuchten, hat die Verwunderung keine Grenzen, und der Schöpferglaube wird zur Gewißheit. Nach dem täglichen Erlebnis der Naturschönheiten von Wäldern und Seen bricht die Anbetung in das Bekenntnis aus:

Welch ein Kunstwerk,
welch ein Künstler !

So haben die 9. Jäger gesungen: " Wie wird´ Salem sein, wenn ich zieh´ in Salem ein". Sie dachten an das Dorf, das sie staubbedeckt durchzogen, nachdem sie die Salemer Heide mit ihrem Schweiß getränkt hatten. Wenn es aber in der Kirche gesungen wurde, so dachten die Andächtigen an das himmlische Friedenssalem, dessen ewige Schönheit in dem schönen Dorf am See und Wald und Feld und Heide einen Abglanz des Paradieses hat.

Unter deinen Lebensbäumen
Wird uns sein, als ob wir träumen....


Abgeschrieben von Walter Jung am 21.02.2001

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